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Krankheiten und Behinderungen – ob genetisch bedingt oder erst später “erworben” – beeinträchtigen das Leben der Betroff enen und deren Familien. Auf Mallorca gibt es etliche Stiftungen, die sich um die verschiedensten Bereiche mit Aufklärung, Therapien und Förderprogrammen kümmern. Von Klinikclowns bis Krebs, von Down-Syndrom bis spastische Lähmungen.

Sonrisa Médica
Glückliche Kinder. Sie haben Spaß, das sieht man. Wenn die Klinikclowns von Sonrisa Médica durch die Zimmer des Krankenhauses gehen, bringen sie Freude. Da kann man so manches Mal als kleiner Patient vergessen, dass man Schmerzen hat. Zumindest für kurze Zeit. Das Lachen heilen, oder zumindest lindern und eine Krankheit positiv beeinfl ussen kann – oder den Krankenhausaufenthalt erträglicher macht – weiß man schon ewig. Der US-amerikanische Arzt Dr. Patch Adams hat es ein wenig insitutionalisiert und bekannter gemacht. Sein Leben wurde 1998 mit Robin Williams in der Titelrolle verfi lmt. Die roten Nasen sind kaum mehr wegzudenken. Es gibt sie weltweit. In Deutschland hat beispielsweise der bekannte Arzt Dr. Eckhart Hirschhausen vor zehn Jahren eine Stiftung gegründet, die sich Humor hift heilen nennt (www.humorhilftheilen.de). In Spanien agiert die Vereinigung Sonrisa Médica in gleichem Sinne seit 1994. Gegründet wurde sie vom Mallorquiner Miquel Borrás, dessen Tochter auch an Krebs erkrankt war und in Frankreich in einer Spezialklinik lag. Einzig die dortigen Klinikclowns konnten das Mädchen noch aufheitern. Daher initiierte Borrás dies auch auf Mallorca. Auf den Balearen sind rund 20 “Clowns” tätig. Es könnten und sollten mehr sein. Infos: www.sonrisamedica.org
Stiftungen, und mit ihnen die vielen ehrenamtlichen Helfer, lindern Schmerz und kämpfen gegen Nachteile, seien sie körperlich oder sozial. Ganzjährig praktizieren diese Menschen die speziell an Weihnachten so viel zitierte “Nächstenliebe. Engagierte Leute, die aus eigenem Schicksal heraus handeln oder weil sie Bedürftigen helfen wollen, ihr Leid zu lindern, Krankheiten zu überwinden oder einfach menschenwürdiger zu leben.
Wenn Sie keine Zeit oder Lust haben, sich persönlich einzubringen, aber gerne helfen würden, so ist Geld eigentlich immer willkommen. In den vergangenen beiden Ausgaben ging um die Organisationen Amadip Esment und Projecte Home, im Folgenden stellen wir Ihnen weitere Stiftungen auf Mallorca vor, die Unterstützung verdienen.

Fundació Nazaret
Teilweise existieren diese Stiftungen schon über 90 Jahre wie die Stiftung Nazaret unter dem Vorsitz des Bischofs von Mallorca, die sich um sozial benachteiligte oder misshandelte Kinder kümmern und ihnen zum Teil auch ein Heim bieten und für Ausbildungsplätze sorgen. Ihr Stammsitz auf Mallorca liegt oberhalb des ehemaligen Pacha bzw. des Paseo Marítimo an dem kleinen Hafen von C‘an Barbara. Infos: www.fundacionazaret.org

Fundación Asnimo
1976 wurde die Stiftung Asnimo gegründet (La Asociación Síndrome de Down de Baleares), die Menschen mit Down-Syndrom begleiten und fördern, sich aber auch für die Integration mit Nicht-Behinderten einsetzen. Inklusion ist hier das wichtige Stichwort. Infos: www.asnimo.com

Down i Més
2010 wurde Down i més als Vereinigung gegründet. Seit 2013 ist es eine Stiftung. Ach hier ging es von Eltern aus, die sich um die Gegenwart und die Zukunft ihrer betroffenen Kinder sorgen. Die Stiftung kämpft um Anerkennung ihrer Rechte, um Integration und um Förderung der jeweiligen Stärken. Infos: www.downimes.org

Fundación Rana
Ausgeschrieben bedeutet dies “Red de Ayuda a Niños Abusados” (Hilfsnetzwerk für missbrauchte Kinder).
Gegründet wurde diese sehr aktive Stiftung von der Amerikanerin Elizabeth Homberg. Eine enge Kooperation besteht zum internationalen Queen‘s College in Palma. Kindesmissbrauch ist in Spanien, wie in vielen anderen Ländern, nicht nur ein heikles Thema, sondern auch die Rechtsprechung ist zumeist viel zu harmlos angesichts des Schadens, den die Kinder oft ein ganzes Leben lang mit sich tragen.
Dabei wird – laut einer schon älteren Studie der EUKommission – eins von fünf Kindern vor seinem 18. Lebensjahr missbraucht. Meist von Freunden und Bekannten der Familie oder gar von einem Familienmitglied. Diese Zahlen sind definitiv nicht zurückgegangen – ganz im Gegenteil. Frau Homberg, sie wurde selbst als Kind von ihrem Stiefvater missbraucht, startete vor 11 Jahren ihre Stiftung. Sie gehen in Schulen und Institutionen, um Kinder aufzuklären, sie kümmern sich um betroffene Kinder (und als Kind missbrauchte Eltern) mit intensiver psychologischer, therapeutischer Hilfe, aber es werden auch Lehrer und Erzieher geschult, damit sie richtig mit diesem Thema umgehen. Das Wichtigste, so Homberg, sei es, Vertrauen aufzubauen, damit die Kinder sich öffnen und darüber reden können und sie stark zu machen, “Nein” zu sagen. Insgesamt hätte man so an die 20.000 Kinder aufgeklärt, wie man sich schützen könne und Hunderten Kindern konkret geholfen. Infos: www.fundacionrana.org

Stiftung Aspanob
Aspanob (Asociación de Padres de Niños con Cáncer de Baleares) wurde 1987 gegründet und hilft als Kinderkrebshilfe, den Kindern und ihren Eltern und begleitet sie im Kampf gegen die Krankheit und vor allem auch, wenn der Kampf nicht mehr zu gewinnen ist. Infos: www.aspanob.com

Stiftung Aspace
Gegründet 1976 von Eltern betroffener Kinder, die sich mit den Auswirkungen der Zerebralparese bei ihren Kindern konfrontiert sehen. Die Kinder leiden unter Bewegungsstörungen, deren Ursache in einer frühkindlichen Hirnschädigung liegen. Umgangssprachlich nennt man sie auch Spastiker. Infos: www.aspaceib.org

Hilfe vom Staat?
Wer ein behindertes Kind hat, wird in Spanien vom Staat und der Krankenversicherung nicht gerade “verwöhnt”. Viele wichtige Therapien und Fördermaßnahmen muss man selbst zahlen – was sich viele Eltern nicht leisten können. Daher übernehmen Stiftungen eine wichtige Aufgabe und werden auch meist von Eltern in dieser Situation gegründet. Was aber auch nicht leicht ist. Wer alle Bewilligungshürden zur Gründung einer Stiftung überwunden hatte, durfte in der Vergangenheit nicht nur mit Hilfe der Spenden existieren, sondern auch die Regierung half mit Subventionen und Fördermitteln. Doch “dank” der Sparmaßnahmen, ist dieser Geldhahn (fast) versiegt und so verfügen die Stiftungen nun über noch weniger Geld als zuvor. Da erzählt ein Stiftungsdirektor von der Angst vor der Zukunft. Von der Sorge ums Bestehen. Von den wenigen und viel zu spät eintreffenden Geldern. Da helfen manchmal nur Kredite, um die laufenden Unkosten zu decken. Doch die kosten wieder hohe Zinsen… Ein furchtbarer Kreislauf, der nur durch private Spenden, Einnahmen aus Aktionen wie Charity-Events, Charity-Verkaufsständen oder Kalenderverkauf oder auch durch hauseigene Produktionsstätten wie bei Amadip Esment ein wenig gelindert werden kann. Produkte von vielen ONGs, wie die Non Profit-Organisationen in Spanien abgekürzt werden, finden sich auch auf den Weihnachtsmärkten (siehe Seite 11). Falls Sie diese also besuchen und ein Geschenk für sich oder jemand anderen suchen, dann schauen Sie doch auch an dem jeweiligen Charity-Stand vorbei. Jeder Euro hilft!
Martina Zender

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