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Diese Frage ist leicht zu beantworten, denn nahezu in allen mallorquinischen Familien laufen die Ostertage in Bezug auf die Kulinarik nahezu identisch ab. Danach kann man die Uhr stellen, bzw. die Geschäfte richten sich mit entsprechender Warenaufstockung vor allem auf den übermäßig hohen Bedarf an Lammfleisch ein.

Empanadas

Der Fasten-Fisch
Am Gründonnerstag gibt es frisch gemachte LammEmpanadas. Freitags folgt Fisch, beispielsweise Kabeljau (bacalao), dazu isst man Gemüse-Empanadas. Natürlich gibt es bei der Zubereitung die ein oder andere Variante, so wird der Fisch etwa mit den aktuell reifen Artischocken und Paprika kombiniert oder in einem Eintopf mit Kichererbsen und Spinat. Samstag kommt Frito mallorquín auf den Tisch, mit Herz, Lunge und Leber vom Lamm mit Gemüse wie Aubergine, Paprika, Erbsen und Kartoffeln. Manchmal darf es auch eine Kombination von Lamm mit Seewolf und Gambas sein – auch dies ein Traditionsrezept der Insel. Fehlen darf allerdings bei keiner Frito-Variante das Fenchelkraut als Würze.

Lammschulter

Faible für Lamm
Am Sonntag gönnt man sich nach der morgendlichen Ostermesse am Mittag dann den großen Lammbraten, oft auch deftig mit Sobrassada und Trockenfrüchten gefüllt. Montags geht man entweder ins Restaurant oder ist im Familienkreis eingeladen, wo es wieder Lamm gibt – oder auch Spanferkel. Die Vorliebe für Lamm hat natürlich nicht nur mit der religiösen Tradition des Opferlamms zu tun, sondern auch mit der Tatsache, dass es auf Mallorca schlicht viele Schafe gibt. Sie waren schon immer beliebt, weil man sie nahezu komplett nutzen kann. Lebendig als ‚Rasenmäher‘, Dünger-, Wolle-, Milch- und Käselieferant. Tot nutzt man das Fleisch und ihr Horn, beispielsweise für Messergriffe.Schafe vermehren sich zwar ganzjährig, aber eine alte mallorquinische Bauernweisheit sagt: „Enero y febrero preparan el buen cordero“. Was nichts anderes bedeutet, als dass die im Januar und Februar geborenen Lämmer als die besten des Jahres gelten.

Frito mallorquin vom Lamm

Süß und klebrig
Bei den süßen Spezialitäten zeigt sich die maurische Vergangenheit. Viele der angeboten Backwaren sind mit Honig, Zimt und Orange aromatisiert und haben als Grundstoff natürlich die Mandel. An der Spitze der Beliebtheit liegen allerdings Robiols und Crespells, also gefüllte Teigtaschen und Plätzchen. Bei der Füllung gibt es beispielsweise eine Version mit Frischkäse (brossat) und Zimt, andere bevorzugen das Engelshaar (cabell d‘angel) als klebrig-süßen Inhalt. Jede Hausfrau hat da ihre eigenen Rezepturen. Die einen rühren den Teig mit Orangensaft an, die anderen bevorzugen eine alkoholische Variante, also mit einem guten Schuss Sherry oder Brandy (siehe unser Rezept)

Mona de pascua

Mona de pascua
Eine nette katalanische, also FestlandOstertradition ist das Verschenken einer sogenannten “mona de pascua” am Ostersonntag vom Patenonkel ans Patenkind. Das war ursprünglich eine Schokotorte mit (Schoko)-Eiern. Aber daraus entwickelten sich ganze Schokoinszenierungen, bei der die Lieblingsfiguren der Kinder aus Film und Fernsehen kunstvoll geformt fantasievolle Schokolandschaften bevölkern. Die Konditoreien übertreffen sich mit ihren jeweiligen Kreationen. Allerdings: Bemalte Eier wie in Deutschland und Horden von Osterhasen sowie das Osterlamm als Backwerk gibt es hier nicht oder selten.

Robiols & Crespells

Oster-Rezept: Robiols & Crespells

Das Geheimnis dieser Delikatesse der Insel besteht natürlich darin, die lokalen Produkte für die Zubereitung zu verwenden.
Zutaten
Für den Teig: 750-1.000 g Mehl, 200 g Schweineschmalz, 150 g Puderzucker, 2 Eigelb, etwas Olivenöl und je nach Wunsch ein Gläschen Sherry oder Orangensaft. Für die Füllung: (hausgemachte) Marmelade, Brossat (Frischkäse), Cabell d´angel (Engelshaar), Creme oder Schokolade – je nach Gusto. Gewürzt wird mit Zitronenschale, Vanille oder Zimt.
Zubereitung
Alle Zutaten vermischen, bis Sie einen homogenen, festen Teig erhalten, der etwa 30 Minuten ziehen muss. Rollen Sie dann den Teig bis zur gewünschten Dicke aus und stechen Sie Kreise von 15 oder 20 Zentimetern Durchmesser aus. Legen Sie die Füllung auf diese Kreise und schließen Sie die Teigtaschen zu halbmondförmigem Gebäck. Mit einem speziellen Robiols-Roller (gibt es an Marktständen oder im Haushaltswarengeschäft) formt man den typischen Rand. Apropos: die Roller haben am Stielende eine Art Siegel, mit denen man die Robiols kennzeichnet – Brossat oder Cabell d´Angel. Im Ofen müssen sie etwa 45 Minuten bei 200 bis 220 Grad backen. Aus dem restlichen Teig sticht man Crespells-Plätzchen aus.

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