Wärmen mit Kamin

Kamin Pedro Lira

Traditionell wurde und wird bis heute auf Mallorca mit Kaminen geheizt. Entweder sind sie in den meisten alten Häusern noch vorhanden, oder man lässt sich Kamine in die neuen Häuser einbauen, denn ein offener Kamin ist für viele ein Traum. Man genießt das ursprüngliche Element Feuer, lauscht dem Prasseln der Flammen lauschen und romantisch ist es auch… Allerdings verbraucht ein offener Kamin viel Holz und gibt nur 20 Prozent der verbrauchten Energie als Wärme ab. Dazu kommt noch, dass ein offener Kamin über die große, nicht verschließbare Feueröffnung dem Raum eine ganze Menge Sauerstoff entzieht und diese quasi ungenutzt aus dem Schornstein hinausbläst. Umgekehrt dringt kalte Luft von außen ein, wenn der Kamin nicht unter Feuer steht. Die Wärme wird beim offenen Kamin als Strahlungswärme nur aus der Feueröffnung abgegeben. Im Gegensatz zum offenen Kamin ist der Kachel- bzw. Heizkamin mit einem Kamineinsatz ausgerüstet und durch ein Sichtfenster vom Raum abgetrennt. Das erlaubt eine weit höhere Energieausbeute als beim klassischen offenen Kamin, man erzielt nämlich eine bis zu siebenfache intensivere Heizleistung. Zudem entfallen die unangenehmen Nebenwirkungen eines offenen Kamins wie Funken- oder Aschenflug sowie Rauchentwicklung im Zimmer. Ein Experte für Kamine ist Pedro Albert Lira. Der Deutschschweizer mit peruanischen Wurzeln hat seine Ausbildung als Ofensetzer und Kaminbauer (dort nennt man es Hafner) in der Schweiz absolviert. Zudem ist er Fliesenleger. Die Kombination ermöglicht nicht nur den Einbau jedweder Ofenart, sondern auch die Gestaltung rund um den Ofen. Nicht zuletzt deshalb fiel auf ihn auch die Wahl, als das Luxushotel Jumeirah in Port de Sóller einige Kamine einbauen und gestalten ließ. Wobei es dem Hotel bei einigen Öfen weniger um die Wärmewirkung als um die Ästhetik ging, daher sind dort auch Bio-Ethanol-Öfen im Einsatz. Die unterschiedlichen Brenntechnologien
können in modernem, aber auch traditionellem Design eingebaut werden – je nach Kundenwunsch. Dabei kann man für die Feuerstelle Edel- oder Rohstahl, Glas oder Sandstein nutzen. Auch ist alles Handarbeit und wird nach Maß gefertigt. Wer aufs Geld schaut,
wird bei ihm möglicherweise ebenfalls fündig, denn neben den Top-Produkten hat Lira auch Secondhand-Öfen im Angebot, die natürlich alle in perfektem Zustand und voll funktionsfähig, aber günstiger sind als neue Heizkassetten.

Wärmen mit Pelletöfen


Pelletofen Palazza von Haas Sohn

Einheizen mit Holz oder Kohle, das bedeutet allerdings auch Arbeit, Dreck und man benötigt Lagerkapazität – vom Einkauf und Transport des Brennmaterials mal ganz abgesehen. Einfacher und sauberer sind da die sogenannten Pelletöfen. Sie zählen zu den neueren Entwicklungen, denn man kennt sie erst seit rund 20 Jahren. Dabei werden kleine Pellets verbrannt. Dies sind zwischen 20 und 50 Millimeter große Presslinge aus Holzspänen, Wasser und Maisstärke. Es entsteht kein Schmutz wie bei Kohle und Holzscheiten, weder bei der Lagerung der Holzpellets noch bei deren Umfüllung. Zuerst fassten die schmucklosen Kellergeräte als Ersatz für Öl- und Gasheizkessel in größeren Stückzahlen Fuß, parallel dazu wurden jedoch auch „schöne“ Pelletöfen für die Aufstellung im Wohnbereich entwickelt. Die Pellets werden in einen,im Ofen integrierten, Vorratstank gefüllt. Aus diesem Tank, der regelmäßig (je nach Heiz-Intensität) aufgefüllt werden muss, kann die Fördermechanik den Ofen mit der benötigten Menge an Brennstoff versorgen. Die Pellets fallen in eine Brennmulde und werden dort über einen Zünddraht entflammt. Über ein lautloses Gebläse wird der Flamme reguliert Frischluft zugeführt. Die Verbrennung ist somit CO2-neutral und fast ohne Ascheanfall. Es steht aber auch die komfortablere Lösung zur Wahl: die automatische Förderung mittels Schnecke oder Saugsystem aus einem großen Pelletlager im z.B. Keller, das ein- oder zweimal jährlich aus einem Pellettanklastwagen befüllt wird. Der Nutzer muss nur noch alle paar Tage bis Wochen den Aschebehälter entleeren. Die elektronisch gesteuerte Mechanik in einem Pelletofen ermöglicht einen komfortablen automatisierten Betrieb. Über Zeitschaltuhren und Temperaturen kann der Pelletofen den Brennraum automatisch zu vorbestimmten Zeiten erwärmen. Erreicht die Raumtemperatur einen vorher bestimmten Wert, schaltet der Pelletofen sich automatisch ab. Die große Sichtscheibe erlaubt einen freien Blick auf das Flammenspiel und gibt einen hohen Strahlungswärmeanteil an den Aufstellraum ab. Diese Strahlungswärme ist der Sonnenstrahlung sehr ähnlich und wird als äußerst angenehm empfunden. Optisch ähnelt ein Pelletofen meist den Kamin- oder Stahlöfen. Es gibt auch Heizeinsätze für Marmor- oder Kachelkamine. Diese funktionieren prinzipiell gleich und lassen sich individuell gestalten. Oft werden Pelletöfen mit Verkleidungen aus keramischen Ofenkacheln oder Speckstein verse
hen. Die Wärme wird gespeichert und langsam wieder an den Aufstellraum abgegeben. Der Montageaufwand von Pelletöfen ist meist sehr gering, sodass sie problemlos bei einem Wohnungswechsel mitgenömmen werden können. Sie sind zudem eine echte ökologische Alternative zu Öl- und Gasheizungen.

Wärmen mit Zentralheizung

Ein Klassiker ist die Zentralheizung, die traditionell mit Öl oder Gas angetrieben wird. Hierbei wird die im Heizkessel durch Verbrennung erzeugte Wärme via Rohre durchs Haus geleitet und speist so Heizkörper, die Heizschlangen einer Fußbodenheizung oder das Wasser. Hierbei kommen seit einigen Jahren auch verstärkt Pellets zum Einsatz. Zudem kann auch
Energie aus anderen Quellen wie Sonne (Solarthermie) oder Wärmepumpe eine Zentralheizung „befeuern“. Manche Systeme sind gar gekoppelt, so dass man je nach Möglichkeit mal Solarenergie verwendet, mal Wärmepumpe, mal etwa Öl. Wenn Sie selbst bauen oder eine neue Heizanlage in ihr eigenes Haus einbauen lassen wollen, sollten Sie – sofern Sie nicht direkt neuere Energiemethoden bevorzugen– zumindest eine Kombination verschiedener neuerer Systeme (Solar, Pellet, Wärmepumpe) bevorzugen, da die fossilen Brennstoffe wie Gas und Öl limitiert sind.

Wärmen mit Infrarotheizungen

In der Entwicklung von Heizsystemem relativ neu ist die Infrarotheizung, obgleich sie letztlich auf einem alten System beruht, dem System der Kachelöfen. Man kann sie individuell bei Neu- oder Bestandsbauten einsetzen – und auch wieder mitnehmen.
Wo genau liegt nun der Unterschied zwischen einer Infrarotheizung und einer herkömmlichen Heizung? Übliche Heizsysteme arbeiten mit erhitztem Wasser und geben beständig Wärme an die metallischen Innenflächen von Rohren und Heizkörpern ab. Die im Raum erwärmte Luft dehnt sich aus, steigt auf und kühlere Luft strömt nach. Anschließend wird auch diese an der Heizung erwärmt, während sich die Warmluft an der Decke abkühlt und herabsinkt. Ein Strömungskreislauf entsteht, auch Konvektion genannt. Die Heizkörper werden dabei nie wärmer als 60 Grad. Bei einer Infrarotheizung ist die Funktionalität eine andere: Sie ist nicht auf die Luft als Übertragungsmedium für die Wärmeenergie angewiesen und erfordert auch keinen Heizwasserkreislauf. Trifft die Infrarot-Strahlung auf feste Oberflächen wie Wand, Boden oder Möbel, gibt sie dort ihre Energie ab und versetzt damit die Moleküle und Atome dieser Stoffe in Schwingung. Wärme entsteht! Darüber hinaus ist Feuchtigkeits- oder Schimmelbildung ausgeschlossen beziehungsweise bestehende Mängel dieser Art werden verringert und auch das Aufwirbeln von Bakterien oder Hausstaub entfällt.
Die optisch dezenten oder auch mit einem Motiv nach Wahl (man kann auch individuelle Motive bestimmen) versehenen Heizpaneele von beispielsweise aura-sun TEC lassen sich einfach in Nähe einer Steckdose anbringen und hier direkt betreiben. Darüber hinaus wandeln die Heizelemente elektrische Energie nahezu verlustfrei in Infrarot-Strahlung um. Sie sorgen für eine optimale Verteilung der Wärme im Raum. Die Infrarotheizungen von aura-sun Tec sind zudem „Made in Germany“ und – auch wenn dies hier nicht verlangt – wird, TÜV-geprüft.
Von der Firma Ökoswiss kommt darüber hinaus noch eine Ergänzung: Dank Bluetooth-Verbindung zu Smartphone, iPad, Tablet oder eine RadioApp und einem cleveren modernen Übertra
gungssystem, dessen Geheimnis die Entwickler der Schweizer Firma nicht verraten wollen, wirkt ihr Heizsystem Elemento als wohlklingender und gleichzeitig elegant aussehender Lautsprecher. Darüber hinaus können deren weiße oder schwarze, mit Spezialglas versehenen Heizplatten als Niedrigenergieheizung ein angenehmes Wohlfühlklima in den Räumen erzeugen. Es gibt Elemento in verschiedenen Größen von 30-60cm Breite bis 100170cm Höhe. Zudem ist die Heizzeit und -stärke auch tage- und wochenweise via integriertem Touchscreen oder per PC beziehungsweise Smartphone steuer- und programmierbar. Wer auf die Lautsprecher-Erweiterung verzichten kann, für den gibt es die Ökoswiss-Heizungen auch verspiegelt.

Heizen mit Wärmepumpe
Heizen

Wärmepumpe von Stiebel Eltron, Balear Haustechnik

Wieder eine andere Methode ist das Heizen mit Wärmepumpen, der sogenannten thermodynamischen Heizung.
Mit ihr kann Umweltenergie in Wärme für das Haus umgewandelt werden. Dazu wird die Wärme, die aus Wasser, Erdreich, Außenluft oder Abluft gewonnen wurde, zunächst über einen Verdampfer entzogen und dann über den Verflüssiger dem Heizsystem zugeführt. Circa fünf Anteile Umweltenergie und ein Anteil elektrische Energie werden als Heizenergie bereitgestellt. Die elektrische Energie ist erforderlich, die bei niedriger Temperatur vorliegende Umweltenergie von -20°C bis +35°C (Luft) auf ein für die Heizung (Warmwasser) nutzbares Temperaturniveau zu „pumpen“. Die Funktionsweise einer Wärmepumpe ist im Prinzip genau umgekehrt zu jener des Kühlschranks: Dieser entzieht seinem Innenraum die Wärme und gibt sie nach draußen wieder ab. Dadurch bleiben die Nahrungsmittel schön kühl, auch wenn in der Küche sommerliche Temperaturen herrschen. Bei der Wärmepumpe ist es genau umgekehrt: Diese entzieht dem Außenbereich Wärme und gibt sie als Heizenergie an das Heizsystem des Hauses ab. In Kombination mit einem Warmwasserspeicher kann zusätzlich die Warmwasserversorgung sichergestellt werden. Für dieses Heizsystem, aber auch generell für innovative, ennergieeffiziente und umweltbewusste Techniken in Sachen Wärmepumpen, Brennstoffzellen, Photovoltaik und auch Infrot-Heizungen, ist die Firma Balear Haustechnik vom gelernten GasWasser-Installateur und Elektromeister Thomas Schüßler der richtige Ansprechpartner. Sie sind im Übrigen spanischer Vertragspartner der Firma Stiebel Eltron. Auch die Firma MS Schmidt des Badeners Manfred Schmidt, der schon seit 12 Jahren
auf Mallorca aktiv ist, arbeitet inselweit in den gleichen Bereichen: Heizungssysteme für Neubau oder Umrüstung, Klimaanlagen und Lüftung. Sein Spezialgebiet ist auch die Planung und die Kombination verschiedener Heizsysteme, inklusive Pelletöfen, Solartechnik und Wärmepumpen – je nach den Bedürfnissen und Wünschen des Kunden. Bei der Technik setzt er auf Zulieferer aus Deutschland


Heizen mit Kalt-Warm-Klimaanlagen

Praktisch, leicht einbaubar, günstig – zumindest auf den ersten Blick – und oft vorhanden: Das sind strombetriebene KaltWarm-Klimaanlagen, die im Sommer kühlen, im Winter warme Luft ausstoßen, die Luft filtern (je nach Gerät) und entfeuchten können, eine wichtige Hilfe in Bezug auf Anti-Schimmelbildung. Im Bereich Luftreinigung beseitigen Filter, die sich im Inneren des Geräts befinden, mühelos Bakterien, Unreinheiten sowie Staubpartikel. Dank dieser Tatsache können Klimaanlagen also eine positive Auswirkung auf Ihre Gesundheit haben und sich zudem auch positiv auf Ihre Schlafqualität auswirken. Ein weiterer Vorteil ist die Senkung der Luftfeuchtigkeit, was dafür sorgt, dass die Entstehung von Schimmel und Bakterien verhindert wird. In Bezug auf die Heizkraft kommt auch hier das Prinzip der Wärmepumpe zum Einsatz. Der Raum wird so aufgewärmt, dass die Art der Wärmedistribution in der Klimaanlage umgekehrt wird: Die Außeneinheit des Geräts gewinnt die Wärme aus der umliegenden Luft, das Gerät kühlt diese ab und sorgt somit dafür, dass die Feuchtigkeit in der Klimaeinheit kondensiert. Die innere Einheit des Geräts wärmt die Luft anschließend auf und gibt die er
wärmte Luft wieder in die Umgebung ab. Für kleine Räume ist diese Methode der Heizung durchaus sinnvoll, bei großen und vor allem hohen Räumen verpufft die Wärme, da die Klimaanlagen meist schon hoch angesiedelt sind und die Wärme an die Decke strahlt. Experte in diesem Bereich (und in allem, was mit Kühlanlagen betrifft) ist die 1990 gegründete Firma Instal·lacions Frigorífiques Font der Gebrüder Font im Polígono Capdepera. Sie arbeiten mit bekannten Markennamen wie Panasonic oder Mitsubishi zusammen und sind auch im Bereich Reparatur und Wartung aktiv.


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