- Anzeige -

Gezuckerte Softdrinks sind nicht nur ungesund und machen dick, sondern außerdem süchtig

- Anzeige -

Süße Limonaden lassen das Risiko für Diabetes und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigen. Auch reduzieren sie die Fruchtbarkeit – sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Aber sie sorgen ebenfalls dafür, dass man einfach nichts anderes mehr trinken mag, wenn man sich erst einmal an sie gewöhnt hat. Forscher der University of California beobachteten in einer Studie, dass Jugendliche, die normalerweise täglich gezuckerte Softdrinks trinken, nach drei Tagen ohne diese Drinks Entzugserscheinungen zeigen, wie Kopfschmerzen und Heißhungerattacken. Der Softdrinkkonsum unter Jugendlichen ist im Vergleich zu den 1950er Jahren mittlerweile auf das Fünffache gestiegen. Gleichzeitig hat in dieser Altersgruppe die Zahl der Übergewichtigen in den letzten Jahrzehnten am meisten zugenommen.

Suchtpotential auch bei Normalkonsum
Das Suchtverhalten hat zwei Ursachen: Koffein und Zucker. Das Softdrinkexzesse schädlich sind, bezweifelt im Grunde niemand. Wie aber verhält es sich, wenn jemand beispielsweise “nur” drei Softdrinks am Tag zu sich nimmt? Und vor allem, was passiert, wenn diese Person plötzlich keine Softdrinks mehr trinken darf? An dieser Studie aus dem November 2018 nahmen 25 übergewichtige Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren teil. Sie tranken normalerweise mindestens drei gezuckerte Softdrinks pro Tag und wussten nicht, dass es in der Untersuchung auch um ein mögliches Suchtpotential dieser Getränke ging. Sie dachten, es gehe nur um die Auswirkungen der Limonaden auf die allgemeine Gesundheit von Jugendlichen. Drei Tage lang sollten die jungen Leute nun erst einmal keine gezuckerten Softdrinks mehr zu sich nehmen und in dieser Zeit in ein Tagebuch ihr Befinden eintragen. Statt der Softdrinks sollten sie Wasser oder Milch trinken.

Zuckerentzug wie Drogenentzug
Die Probanden berichteten von starken Gelüsten auf Softdrinks, von Kopfschmerzen, wenig Motivation, Unzufriedenheit, nachlassende Konzentrationsfähigkeiten und einem insgesamt geringeren Wohlbefinden. Dabei handelt es sich um Symptome, die man genau in dieser Form beobachten kann, wenn jemand seine gewohnte “Droge” nicht mehr erhält, wie etwa Zigaretten oder Alkohol. Um auszuschließen, dass die Entzugserscheinungen vom Koffeinentzug herrühren, wählte man Probanden aus, die insgesamt nur selten Koffein konsumierten. Die Forscher drängen daher darauf, die Werbung für die Drinks zu reduzieren und dafür zu sorgen, dass es in Schulen und anderen Einrichtungen keine zuckerhaltigen Softdrinks mehr gibt

Symptome einer Zuckersucht
Zucker löst – und zwar nicht nur bei Versuchstieren, sondern auch beim Menschen – Fressattacken und Heißhunger aus. Es lässt sich ferner eine Toleranzentwicklung beobachten (man braucht immer mehr Zucker, um seinen Süßhunger zu befriedigen) und es treten Entzugserscheinungen auf, wenn man zu lange keinen Zucker gegessen hat. Auch kann es zur Kreuzsensibilisierung kommen, was bedeutet, dass der Zuckersüchtige leichter zu anderen Drogen wechseln kann (z. B. Alkohol, Amphetamine, Kokain), ferner zur Kreuztoleranz und Kreuzabhängigkeit (Abhängigkeit von mehreren Drogen). Durch Zucker wird das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert. Gleichzeitig werden körpereigene Opioide ausgeschüttet – allesamt typische Eigenschaften von süchtig machenden Substanzen.

Zuckersucht kann zu Alkoholsucht führen
Fördern zuviel Zucker und Fett in der Kindheit auch den Alkoholkonsum schon im Jugendalter? Zur Klärung dieser Frage wurde eine Studie von zehn europäischen Institutionen (darunter auch Deutschland und Spanien) unter Federführung des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) durchgeführt. Das Ergebnis wurde im Oktober 2018 in Lissabon sogar von der European Society for Prevention Research (EUSPR) als herausragende Forschungsleistung mit dem EUSPR Presidents‘ Award ausgezeichnet. Es wurden die Daten von mehr als 16.000 Kindern aus einer europäischen IDEFICS/I.Family Kohortenstudie ausgewertet. Die Kinder waren im Alter von 2 bis 9 Jahren und stammten aus acht europäischen Ländern (Belgien, Deutschland, Estland, Italien, Spanien, Schweden, Ungarn und Zypern). Anschließend analysierte man die Daten der Kinder aus der Folgestudie, als diese zwischen 7 und 17 Jahre alt waren. Zusätzlich befragte man Familienmitglieder. Das Ergebnis war, dass Kinder, die eine zucker- und fettreiche Ernährung erhielten, schon im Jugendalter häufiger regelmäßig Alkohol konsumierten als die sich gesund ernährende Vergleichsgruppe. Dies war in allen untersuchten Ländern der Fall. Die familiären Lebensumstände der Kinder konnten als Ursache für den entdeckten Zusammenhang ausgeschlossen werden.

- Anzeige -