Welche Grillfehler man vermeiden sollte

Sommer, Sonne, Steaks? Das perfekte Triumvirat, das man noch um das vierte “S” in Spanien erweitern könnte: Sangria. So schön das Grillen auch ist – wer nicht seine Gesundheit und die Umwelt gefährden will, sollte ein paar Dinge beachten. Dabei spielt es kaum eine Rolle, welche Art von Grill man nutzt: Ob Holzkohle, Gas oder Elektro, ob günstig oder teuer – die folgenden Tipps sind generell zu beachten.

Finger weg von Billigfleisch
Billiges Discounter-Fleisch ist ein Fehler: Es stammt mit ziemlicher Sicherheit von Tieren, die in Massentierhaltung gelitten haben. Wem das Tierwohl egal ist, sollte bedenken, dass schlecht gehaltene, schlecht gefütterte und unter Stress geschlachtete Tiere nicht wirklich gut schmecken! Bei Fleisch sollte man tunlichst Bioqualität kaufen, zumindest aber vom Metzger seines Vertrauens. Lieber weniger fleisch, dafür aber hochwertig. 

Wer nur Fleisch grillt, verpasst was
Klar, es werden immer noch vorrangig Steaks und Würste gegrillt, aber Fisch und Meeresfrüchte sowie vor allem Gemüse vom Grill schmecken fantastisch. Kleiner, aber entscheidender “Nebeneffekt”: Man ernährt sich gesünder und leistet einen aktiven Beitrag zu Tier- und Klimaschutz. Probieren Sie also Zucchini, Auberginen, Paprika, Kartoffeln, Zwiebeln oder Pilze vom Grill. Dazu gibt’s Salate, hausgemachte Dips, Knoblauchbrot. Auch Fleischersatz-Produkte sind eine Alternative. 

Nicht verkohlen lassen
Ein Großteil der Grillkohle wird aus Südamerika und Afrika importiert, wo dafür oft illegal Wälder abgeholzt werden. Man sollte daher heimische Holzkohle bevorzugen und auf entsprechende Siegel achten. Achtung: Als „Grillkohle“ oder „Grillbriketts“ bezeichnete Produkte können Braunkohle enthalten, deren Abbau weltweit Landschaften zerstört.

Schluss mit Einweg-Müll
Auf billige Einweg-Grills sollte man komplett verzichten, ebenso wie auf Einweg-Geschirr – was ja mittlerweile auch verboten ist. Dieser völlig überflüssige Abfall vergrößert die Müllberge und die Herstellung von Aluminium stellt eine große Umweltbelastung dar. Zudem stecken in den Alu-Wegwerfschalen oft chemische Anzünder und Kohle fragwürdiger Herkunft. 

Ungesunde Rauchzeichen
Tropft Fett in die Glut, können mit dem Qualm krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen und auf die Oberfläche des Essens gelangen. Deshalb sollte man nie mit einer Gabel ins Grillgut stechen, sondern eine Grillzange verwenden. Zudem muss man marinierte Stücke vor dem Grillen abtupfen. Alufolie oder -schalen verhindern zwar Tropfen, aber die Produktion von Aluminium verursacht – wie schon erwähnt – große Umweltschäden. Außerdem steht Aluminium unter Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Alternative: Verwenden Sie dünne Steinplatten aus Speckstein oder Schiefer oder legen Sie das Grillgut auf große Pflanzenblätter (z.B. Rhabarber-, Kohl-, Mangold-, Beinwell- oder Weinblätter). Es gibt auch Grills mit spezieller Fettfangvorrichtung.

Bloß nichts anbrennen lassen!
Werden Fleisch und Fisch zu lange bei großer Hitze gegrillt oder gebraten, können sogenannte heterozyklische aromatische Amine (HAA) entstehen, die im Verdacht stehen, das Erbgut zu verändern und Krebs zu verursachen. 

Giftige Grillanzünder
Bei der Verbrennung von chemischen Grillanzündern werden oft gesundheitsschädliche, potenziell krebserregende Stoffe freigesetzt. Sogar beim Verbrennen von Papier oder Tannenzapfen können krebserregende Substanzen entstehen. Synthetische Grillanzünder sind zudem nicht gerade umweltfreundlich: Sie bestehen meist aus Kerosin, Petroleum oder N-Paraffin – alles Erdöl-Produkte. Besser: feste Grillanzünder aus gepressten Holzresten mit Öl oder Wachs (leider oft Paraffin). Beim Kauf sollte man auf das FSC-Siegel achten. Alternativen: Grillanzünder selber machen, z.B. aus Reisig oder feinen Holzspänen. Das Grillgut gehört erst dann auf den Rost, wenn die Anzündhilfe vollständig verbrannt ist.

Besser kein kaltgepresstes Öl
Kaltgepresstes Olivenöl ist am gesündesten? Das stimmt! Aber nicht immer. Zum Grillen sollte man Speiseöle mit einem hohen Rauchpunkt wählen, da bei Überhitzung krebserregende Substanzen entstehen können. Während kaltgepresstes Olivenöl einen Rauchpunkt von 130 bis 175 °C hat, liegt der bei den meisten raffinierten Öle erst bei über 200 °C. Der Rauchpunkt von raffiniertem Sonnenblumenöl beispielsweise liegt bei 210 bis 225°C, der von raffiniertem Erdnussöl bei etwa 230 °C.

Nicht mit Bier ablöschen
Das Ablöschen des Grillguts mit Bier kann zu einer vermehrten Bildung von krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) führen.

Kein Spiel mit dem Feuer
Definitiv sollte man NIE Öl ins Feuer gießen oder Spiritus. Spiritus ist mit Chemikalien versetztes Ethanol – hochentzündlicher Alkohol. Die meisten Grillunfälle basieren auf solchen Fehlern!

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