BERLIN (AP) — Hunderte von Opferfamilien werden am Montag das 10-jährige Gedenken an den Absturz des Germanwings-Fluges 9525 in den französischen Alpen begehen, bei dem alle 150 Insassen ums Leben kamen.
Das Flugzeug startete am Morgen des 24. März 2015 in Barcelona, Spanien, und sollte einige Stunden später in Düsseldorf, Deutschland, landen. Aber es kam nie an, weil, wie die Ermittler sagten, das Flugzeug absichtlich vom Co-Piloten, Andreas Lubitz, zum Absturz gebracht wurde.
Die Opfer waren eine Gruppe von 15 Schülern und zwei Lehrern einer High School in der westdeutschen Stadt Haltern am See, die von einer Austauschreise aus Spanien nach Hause flogen.
Auch getötet wurden zwei Babys, ein Paar renommierter deutscher Opernsänger und ein Mitglied einer argentinischen Rockband, drei Generationen derselben Familie, eine Mutter und ihr Sohn im Urlaub, ein kürzlich verheiratetes Paar, Personen auf Geschäftsreisen und andere, die nach Hause gingen.
Gedenkfeiern sind für 10:41 Uhr geplant – den Zeitpunkt des Absturzes – an der deutschen Schule, die so viele Schüler verloren hat, und auch im französischen Dorf Le Vernet, in der Nähe des Absturzortes in den Bergen.
In Haltern werden Schüler der High School weiße Rosen für die Opfer niederlegen und die Kirchenglocken der Stadt läuten.
„Es gab kaum eine Familie, die nicht irgendwo in ihrem Freundes- oder Verwandtenkreis betroffen war“, sagte der Schulleiter Christian Krahl der deutschen Nachrichtenagentur dpa.
Viele Familienmitglieder reisten auch nach Le Vernet. Lufthansa, die Germanwings besaß, lädt die Angehörigen der Opfer jedes Jahr in das Dorf in der Nähe des Absturzortes ein und erwartet laut dpa rund 300 Trauernde, die an der diesjährigen Gedenkfeier teilnehmen.
Auch an den Flughäfen in Düsseldorf und Barcelona sind Gedenkfeiern geplant. Am Flughafen Düsseldorf war ein Kondolenzbuch im sogenannten Raum der Stille für Mitarbeiter und Reisende verfügbar, berichtete dpa.
Der Absturz schockierte und sorgte für Ungläubigkeit, als die Ermittler enthüllten, dass der Co-Pilot Lubitz den Flugkapitän aus dem Cockpit aussperrte, um das Flugzeug absichtlich auf Kollisionskurs mit einem Berg zu bringen.
Lubitz hatte in der Vergangenheit an Depressionen gelitten, aber die Behörden und seine Fluggesellschaft stuften ihn später als flugtauglich ein. In den Monaten vor dem Absturz litt Lubitz unter Schlaflosigkeit und fürchtete den Verlust seines Sehvermögens, aber er verbarg das vor seinem Arbeitgeber.
„Dieser Schockzustand, das tief empfundene Mitgefühl aller Bewohner für die Familien und die Frage, warum dies passiert ist, begleiten uns bis heute“, sagte der Bürgermeister von Haltern, Andreas Stegemann, der dpa.
„Der Germanwings-Absturz ist ein dauerhafter Teil der Geschichte unserer Stadt“, sagte er.